Der perfekte Lab-Server

Irgendwann im letzten Jahr war es soweit. Mein altersschwacher Lab-Server mit 4GB RAM und Herdplatten-CPU (aka Pentium4) wollte in Rente. Er lief noch unter dem alten VMWare-Server 2 und hat schon lange kein Spaß mehr gemacht. So musste ein neuer Lab-Server her. Nach gut einem halben Jahr ist es an der Zeit das System zu bewerten.

Der neue sollte dann auch gleich mit dem damals neuen VMware vSphere 5 betrieben werden und etwas mehr Dampf unter der Haube haben. Nach einigem Suchen im Internet bin ich zu folgenden Komponenten gekommen:

Eine Quad-Core-CPU sollte es auf jeden Fall werden. Dazu eine, die einen etwas geringeren Energiebedarf hat. Dafür habe ich gerne auf ein paar MHz verzichtet.

Supermicro habe ich früher schon häufiger gekauft und war bisher immer zufrieden damit. Dieses Board hat vier Sockel für ECC-DIMMs (max. 32 GB), sechs SATA-Anschlüsse, eingebaute Matrox-Grafik und zweimal GBit-Intel-LAN. Das beste ist aber die IPMI-Funktion um das System remote zu verwalten.

Für diesen LAB-Server reichten mir erst einmal 16 GB. Wenn der Preisverfall der 8GB-ECC-Riegel einsetzt werde ich vielleicht noch einmal auf 32 GB aufrüsten. Dabei wird bei dem verwendeten Mainboard aber der Speicher langsamer getaktet. Bisher bin ich im Lab aber gut mit 16 GB ausgekommen.

Der Server sollte im 19″-Rack eingebaut werden. Da dort nicht mehr viel Platz ist durfte das Gehäuse nur eine HE hoch sein. Weiterhin durfte das Gehäuse nicht zu tief sein um in meinen etwas kleineren Schrank zu passen.
Als Kühlkörper habe ich den dazu passenden Supermicro SNK-P0046P genommen.
Den zentralen Lüfter habe ich auf 30% Leistung (ca. 1800 U/min) konfiguriert. Dabei ist die Lautstärke fast Büro-kompatibel und die CPU-Temperatur trotzdem nur “Low”. Ich benutze aber auch keine sehr CPU-lastigen VMs.

Die VMs liegen alle auf dem zentralen NAS, so dass lokal nicht viel Speicher benötigt wird. VSphere habe ich daher auf einem USB-Stick installiert, der im Gehäuse mit Hilfe des 90 Grad-Adapters verbaut ist. Durch den Adapter sind die sechs SATA-Anschlüsse nicht mehr direkt zugänglich, aber VMs gehören nun mal auf das NAS bzw. auf das SAN. Wenn lokale Festplatten verbaut werden sollten, dann könnte man natürlich auch einen mini-USB-Stick nehmen. Da habe ich aber keinen schnellen mit 8 GB gefunden (ok, VSphere hätte auch auf einem kleineren Stick installiert werden können).

Der neue Server läuft super mit VMware VSphere 5, ist ausreichend schnell und hat komplett wie beschrieben unter EUR 800.- gekostet.

Heute würde ich eventuell aber ein paar Komponenten ändern:

  • Mainboard: Supermicro X9SCL-F
  • Entspricht im großen und ganzen dem X8SIL-F, hat aber den Sockel LGA 1155.

  • CPU: ein Intel Xeon E3-12×0
  • Da gibt es nur einen mit 45W TDP, den Xeon E3-1260L. Obwohl die “0” in der Bezeichnung meist für CPUs ohne Grafik steht, hat diese CPU eine integrierte Grafikeinheit, was lt. Mainboard-Beschreibung nicht empfohlen ist. Ohne Grafik geht es dann erst bei 80W TDP weiter, z.B. mit dem E3-1230. Der ist dann vermutlich noch deutlich flotter als meine Kombination oben.

Der perfekte Lab-Server